Augen auf beim Trend „Nachhaltige Mode“

Hallo ihr Lieben,

Grüne Mode scheint in all ihren Aspekten immer beliebter, akzeptierter und moderner zu werden. So habe ich zumindest das Gefühl, denn die Masse an Labels, Designern und Shops ist wirklich riesig – wenn man sich mal ein klein wenig damit beschäftigt. Im Zuge der Fashion Week wird hier in Berlin zudem sehr viel nachhaltige Mode auf einmal präsentiert. Wenn man in der Szene drin ist, dann fragt man sich tatsächlich, warum der Marktanteil nur einige Prozent beträgt. Aber davon soll dieser Beitrag gar nicht handeln. Ich möchte vielmehr meinen Eindruck der vielen Designer auf dem lavera Showfloor zu eben diesem Thema wiedergeben. Dabei ist mir aufgefallen, dass es große Unterschiede zwischen „nachhaltig“ und „nachhaltig“ gibt.

lavera Showfloor – mehr nachhaltig als eco

Insbesondere beim lavera Showfloor habe ich teilweise mit Stirnrunzeln festgestellt (vor allem im Nachhinein bei den Recherchen zu den Designern), was dort alles als fair, nachhaltig und öko gezeigt wurde. Eine Problematik war für mich, dass viele Label zu ihrer Herstellung und Herkunft der Stoffe keine bis wenig Auskunft auf der Webpräsenz gaben. Gerade bei Couture, so schien mir, lag der Fokus hauptsächlich auf der Mode und deren besonderem Design. Transparenz war hier Fehlanzeige. Dafür kann der lavera Showfloor natürlich nichts, jedoch trüben mangelnde Informationen wie ‚wir verwenden nur hochwertige Stoffe‘ etwas das Bild von der nachhaltig angepriesenen Mode, welche man noch einige Tage zuvor hat über den Catwalk laufen sehen. Von der Fashion einmal abgesehen, gab es diesbezüglich erhebliche Schwankungen.

Im Allgemeinen ist mir aufgefallen, dass viele Designer hauptsächlich mit dem Kriterium lokal hergestellt oder hochwertiges und lange tragbares Design punkten konnten. Dazu gehörten vor allem Renatta Pruneda, Andrea Schelling, Nanna Kuckuck oder Fabryan. Dieser Aspekt ist sicherlich nicht zu verachten. Kleidung, die beispielsweise im eigenen Atelier unter Aufsicht und Kontrolle gefertigt wird, ist häufig qualitativ hochwertig verarbeitet und hat zudem auf Produktionswege verzichtet. Gutes Design- und Schneiderhandwerk findet man in Berlin und anderswo jedoch häufig. Viele kleine Designer (z.b. aus Nischenbereichen wie Vintage Mode) nähen ihre Mode selbst oder bedienen sich kleinen/familiären Nähereien vor Ort. Für viele ist das eine Frage von Qualitätsgewährleistung, die nebenbei auch nachhaltige Aspekte aufweist. Reicht allein dies jedoch aus, um Eco-Fashion zu repräsentieren? Ich möchte darüber gar kein Urteil abgeben, weil hier jeder wahrscheinlich eigene Prioritäten setzt.
Für einen lavera Showfloor wünsche ich mir jedoch mehr Öko-Label, die ganzheitlich nachhaltig Mode machen und dies auch durch Siegel und Zertifikate zeigen können. Diesbezüglich sind mir von den 11 Labeln nur Katharina Kaiser, Goodone und Lana natural wear aufgefallen. Auch hier habe ich die Mode und deren Design einmal außer Acht gelassen.

Natürlich bleibt jedem selbst überlassen, wie intensiv er oder sie sich mit der gezeigten Mode auseinander setzt. Bei Veranstaltungen wie dem Showfloor Berlin, lavera Showfloor oder dem Greenshowroom meint man sich jedoch vielleicht eine übereilte Meinung von der Vielfalt und Qualität grüner Mode zu bilden. Gerade bei den Schauen sieht man lediglich die Mode und verbindet sie aufgrund der Rahmenbedingungen, in welcher sie präsentiert wird, mit den Signalwörter eco und nachhaltig. Im Einzelnen bedeuten diese für jedes Label jedoch etwas anderes.

Nichtsdestotrotz bin ich diesem Trend freudig gestimmt, denn er sorgt zumindest für Aufmerksamkeit und zwar für positive Aufmerksamkeit und stellt somit einen hoffnungsvollen Gegenpart zu den furchtbaren Nachrichten und Ereignissen von konventionell hergestellter Mode dar.

Mehr Berichte zu den Schauen von mir findet ihr auch bei www.gruenemode.com

Alles Liebe,
Monzo

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